Von der Technik zur Natur


In den skandinavischen Ländern wurde im Laufe der letzten Jahre beobachtet, dass die Kombination von Regel- und Waldkindergarten bei Kindern eine ausgewogene und umfassende Förderung in allen Erziehungs- und Bildungsbereichen ermöglicht. Eine Erkenntnis, die in einem richtungsweisenden Pilotprojekt einer Kindertageseinrichtung des BRK-Kreisverbandes Dachau, „Tatü-Tata“ in Haimhausen, einer Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau, umgesetzt wird.




Getragen von dem Gedanken der Vielfältigkeit der BRK-Konzeptionen für Kindertageseinrichtungen, werden unter anderem im BRK-Kreisverband Dachau mittels einer Kombination aus Regelkindergarten und Elementen aus der Waldpädagogik die Entdeckungsfreude der Kinder, ihr natürlicher Lerneifer und ihre vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten unterstützt. Dabei war es den Initiatoren sehr wichtig, dass Familien dieses Angebot für ihr Kind ohne Einschränkung nutzen können. In der Praxis bedeutet dies, dass die Kinder in den Randzeiten das Stammhaus nutzen, die Kernzeit jedoch in der Natur verbringen.

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayB) wird in der Pilotprojekt-Kita „Tatü-Tata“ in Haimhausen sowohl in der Regelkindergartengruppe als auch in der Naturgruppe umgesetzt. Letztere arbeitet situations- und projektbezogen. Die Lernerfahrungen, die die Kinder in der Natur machen, lassen sich untergliedern in die pädagogischen Bereiche der sprachlichen, mathematischen und naturwissenschaftlichen sowie technischen Bildung, der Medienbildung und -erziehung, der ästhetischen, bildnerischen und kulturellen Bildung, der musikalischen Bildung, der Bewegungserziehung und -förderung, der Gesundheitserziehung sowie der ethischen und religiösen Bildung.

So werden in der Natur beispielsweise sprachliche Entwicklungsprozesse dahingehend gefördert, dass sich Kinder in freier Umgebung intensiver austauschen, da sie in der Natur weitaus mehr auf Kommunikation angewiesen sind. Auch lassen sich in naturwissenschaftlicher Hinsicht im Freien physikalische Gesetzmäßigkeiten erfahren, Phänomene entdecken und den Wert des Waldes für Pflanzen, Tiere und Menschen begreifen. Das Erleben des natürlichen Rhythmus mit Entstehen, Reifen und Vergehen bildet einen weiteren grundlegenden Erfahrungswert. Stille zu erleben, Tierstimmen oder Geräusche wie Wind wahrzunehmen, dies kann beispielsweise ein Kind hinsichtlich seiner musikalischen Fähigkeiten fördern.

In verschiedenen Studien der Waldpädagogik wurde der Nachweis erbracht, dass Spielen in der Natur eine positive Wirkung auf die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik, die Entwicklung der Kreativität, die Ausdauer, die Selbstständigkeit, die Problemlösefähigkeit, das Sozialverhalten, die Konzentration sowie auf die Sprache und Ausdrucksfähigkeit der Kindergartenkinder hat. Welche der vielfältigen Konzeptionen eine BRK-Kindertageseinrichtung auch umsetzt, in jeder stehen das Kind und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt.

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